Konzert 74

 

Wann: Sonntag, 4. Oktober 2026 | Matinée 12 Uhr
Wo: Kultur am Roseneck, Am Roseneck 18 im Stadel, 83209 Prien am Chiemsee
Eintritt: 30 €, Schüler und Studenten 15 €
konzerte@salon21-prien.de
Parken: Keine Parkplätze am Haus! Bitte die Plätze am See benützen!

 

„Il Cantico della Stella Nostra

Uraufführung einer Komposition von Henning Sieverts
Gesangsquartett, Streichquartett und Solo-Kontrabass zum 800.Todestag des Franziskus von Assisi

Besetzung

Henning Sieverts: Kontrabass, Komposition
Miriam Fußeder: Sopran
Katharina Guglhör: Mezzosopran
Johannes Ganser: Tenor
Ansgar Theis: Bariton
Viktor Stenhjem: Violine
Mana Ohashi: Violine
Alba Gonzalez I Becerra: Viola
Bridget McRae: Violoncello

„Il Cantico della Stella Nostra“ (Loblied unseres Heimatsterns) ist eine musikalische Neudeutung des Heiligen Franziskus von Assisi anlässlich seines 800. Todestages am 3. Oktober 2026. Für Henning Sieverts, den international renommierten Bassisten, Cellisten und Komponisten, wird Franziskus’ im 13. Jahrhundert entstandener Lobgesang auf die Schöpfung zum Mutmacher in mutlosen Zeiten. Denn seine radikale Botschaft ist heute aktueller denn je: Menschen, Tiere, Pflanzen und Planeten sind miteinander verbunden. Nur gemeinsam – oder gar nicht – können wir überleben.

Franziskus, Sohn eines reichen Tuchhändlers, entschied sich für die freiwillige Armut. Heute stellt sich die provozierende Frage: Sind die Superreichen vielleicht gerade deshalb „super-arm“, weil sie zu viel besitzen und zu wenig haben, was wirklich zählt?

Auch die berühmte Vogelpredigt bekommt eine neue Perspektive. Franziskus spricht zu den Vögeln – Henning Sieverts lässt die Vögel zurücksprechen. Ihr Zwitschern wird zum Einspruch, zum Ruf ins Gewissen: Was tun wir mit ihnen, mit uns selbst und mit der gesamten Schöpfung?

Und über allem steht die Sonne – unser Heimatstern. Sie schenkt uns Licht und Leben und wird uns zugleich, angesichts der sich erhitzenden Erde, zunehmend zur Bedrohung. Ohne sie gäbe es uns nicht. Ein Geschenk. Und eine Verantwortung.

Henning Sieverts möchte die spirituelle Kraft und die revolutionäre Energie des Franziskus in Musik übersetzen – nicht als Heiligenverehrung, sondern als Versuch, seine radikale Haltung heute hörbar und erfahrbar zu machen. Dazu wählt er eine „un-erhörte“ Besetzung: Solo-Kontrabass und Doppel-Quartett – Gesang (Sopran, Mezzosopran, Tenor, Bariton) trifft auf Streicher (zwei Violinen, Bratsche, Cello). Die Musikerinnen und Musiker bewegen sich variabel im Raum; die Klangkörper begegnen, umkreisen und durchdringen sich.

Es entsteht Neue Musik mit Anklängen an Alte Musik und offenen Türen zur Improvisation. Musik von wahrhaftiger Schönheit – die sich durchaus auch eine „Ugly Beauty“ erlauben darf, ganz im Sinne Thelonious Monks. Die Musik will dabei nicht illustrieren, was Franziskus gedacht hat, sondern seine Energie aufnehmen: seine Spiritualität, seine Konsequenz, seinen Mut zum radikalen Perspektivwechsel.

Was hat Franziskus uns nach 800 Jahren noch zu sagen? Vielleicht mehr, als uns lieb ist.

Cantico della Stella Nostra Ensemble | SALON21 Prien | Foto: Ssirus Pakzad